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GLOSSAR · TRANSACT

Notice to Proceed

Die Notice to Proceed ist die formelle Freigabe des Bauherrn an den Errichter, mit den Arbeiten zu beginnen, und setzt zugleich die Fristen des Bauvertrags in Gang. Aus dem Glossar von NEXA Horizons, der Climate Financing Plattform für gewerbliche Energie-Assets in Deutschland.

Was der Begriff bedeutet

Was die Freigabe auslöst

Ein EPC-Vertrag wird unterschrieben, bevor gebaut wird, oft Monate vorher. Die Notice to Proceed ist die Erklärung, mit der der Bauherr die Ausführung freigibt. Mit ihr beginnt die vertragliche Bauzeit, ab ihr laufen die Fristen für Zwischentermine und Fertigstellung, und an sie sind in aller Regel die erste Zahlung und die Bestellung der langlaufenden Komponenten geknüpft.

Sie ist damit die Trennlinie zwischen zwei Risikolagen. Vor der NTP trägt der Bauherr die Entwicklungskosten und kann in vielen Verträgen noch gegen eine begrenzte Entschädigung aussteigen. Nach der NTP laufen Lieferverpflichtungen, Zahlungspläne und Vertragsstrafen.

Die Bedingungen davor

Vor der Freigabe steht eine Liste aufschiebender Bedingungen. Üblich sind: bestandskräftige Genehmigung, verbindliche Netzanschlusszusage, gesicherter Zugriff auf die Fläche einschließlich Zuwegung, Nachweis der Finanzierung und die vom Errichter zu stellenden Sicherheiten. Der Kreditvertrag spiegelt diese Liste, weil die erste Auszahlung an dieselben Nachweise gebunden ist.

Diese Doppelung ist der eigentliche Koordinationsaufwand: Bauvertrag und Kreditvertrag müssen dieselben Bedingungen in derselben Reihenfolge verlangen, sonst wartet jede Seite auf die andere.

Was Verzögerung kostet

Eine verspätete NTP kostet auf drei Wegen. Erstens verschiebt sich die Inbetriebnahme, was den ersten Erlös verschiebt und bei degressiven Vergütungssätzen den Satz selbst verschlechtern kann. Zweitens laufen Bereitstellungszinsen und Preisbindungen der Lieferanten aus. Drittens verbrauchen sich die Fristen der Genehmigungen und Zusagen, die für die Freigabe überhaupt vorliegen mussten.

Deshalb ist der Termin der NTP in der Praxis der wichtigste Termin des Projektplans. Er ist der Punkt, an dem alle Vorbedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen, und der einzige, an dem sich Verzug nicht mehr aufholen lässt.

Was das für dein Projekt heißt

Der Aufwand vor der Freigabe ist ein Abgleichaufwand, kein Bauaufwand. Die Bedingungen des Bauvertrags, die Auszahlungsvoraussetzungen des Kreditvertrags und die Nachweise, die ein Käufer beim Übergang verlangt, sind drei Listen, die sich weitgehend überschneiden und sich in Details unterscheiden.

Praktisch bewährt hat sich, die drei Listen früh in eine einzige Aufstellung zu überführen: je Position ein Dokument, ein Verantwortlicher und ein Datum. Das ist unspektakulär und es ist der Unterschied zwischen einer Freigabe am geplanten Tag und einer Freigabe sechs Wochen später, weil eine Dienstbarkeit nicht eingetragen war.

Für die Zeitachse gilt: die NTP gehört rückwärts geplant, vom gewünschten Inbetriebnahmedatum aus. Bei degressiven Vergütungssätzen ist die Verschiebung um ein Halbjahresfenster eine Erlösfrage, nicht nur eine Terminfrage.

Stand: 10.08.2026 · Quelle: Erfahrungswerte aus der Projektprüfung, keine Rechts- oder Steuerberatung

Häufige Fragen

Wohin das führt

Vom Begriff zum bankfähigen Projekt.