Share Deal und Asset Deal
Beim Share Deal wechseln die Anteile an der Gesellschaft den Eigentümer, beim Asset Deal die einzelnen Vermögenswerte und Verträge des Projekts.
Was der Begriff bedeutet
Der Unterschied im Kern
Ein Share Deal überträgt die Hülle. Die Gesellschaft bleibt dieselbe, und mit ihr bleiben Genehmigungen, Netzanschluss, Pachtverträge, Registereintragungen und der Zeitpunkt der Inbetriebnahme unverändert bestehen. Es wechselt nur, wem die Gesellschaft gehört.
Ein Asset Deal überträgt Gegenstände und Verträge einzeln. Jeder davon muss benannt und übertragen werden, und jeder Vertragspartner, dessen Vertrag mitgehen soll, muss zustimmen: der Netzbetreiber, der Verpächter, der Errichter für seine Gewährleistung, der Abnehmer eines Stromliefervertrags.
Warum der Share Deal bei Bestandsanlagen üblich ist
Er hält die Vergütung fest. Der Vergütungsanspruch hängt an der Anlage und am Inbetriebnahmezeitpunkt, und beides bleibt in der Gesellschaft. Er hält außerdem den Netzanschluss und die Flächenverträge, die im Asset Deal jeweils neu abgestimmt werden müssten, mit allen Terminen, die daraus entstehen.
Der Preis dafür ist die Vergangenheit. Wer eine Gesellschaft kauft, kauft ihre Historie mit: Steuerveranlagungen, alte Verträge, Verbindlichkeiten, Rechtsstreitigkeiten. Deshalb ist die Prüfung eines Share Deals breiter, und deshalb enthalten die Kaufverträge Garantien und Freistellungen für Sachverhalte, die vor dem Stichtag liegen.
Wann der Asset Deal die bessere Wahl ist
Bei einem Projekt ohne Historie, etwa einer neu gegründeten Gesellschaft, verliert der Share Deal seinen Vorteil, weil es keine Vergangenheit gibt, die er bewahren müsste. Ebenso, wenn nur ein Teil eines Bestands übertragen werden soll oder wenn die Gesellschaft Altlasten enthält, die der Käufer nicht übernehmen will.
Die steuerliche Seite entscheidet in beiden Richtungen mit und ist die Position, die am seltensten nebenbei geklärt wird: die Behandlung des Kaufpreises, die Abschreibungsbasis beim Käufer, die Umsatzsteuer und bei Grundstücken die Grunderwerbsteuer unterscheiden sich grundlegend.
Was das für dein Projekt heißt
In der Praxis wird die Form selten frei gewählt, sondern folgt aus dem, was das Projekt schon ist. Ein Ready-to-Build-Projekt sitzt fast immer in einer eigenen Gesellschaft, und dann ist der Share Deal der Weg mit den wenigsten offenen Zustimmungen.
Für die Vorbereitung heißt das, früh eine saubere Gesellschaft zu bauen: ein Zweck, keine fremden Verträge, keine Altverbindlichkeiten, vollständige Unterlagen. Eine Gesellschaft, in der neben dem Projekt noch anderes liegt, wird im Verkauf entweder entflochten oder im Preis abgeschlagen, und beides kostet mehr als die Trennung vorher gekostet hätte.
Was in der Verhandlung dann wirklich zählt, sind nicht die Begriffe, sondern drei Mechanismen: welche Garantien der Verkäufer gibt, wie lange sie laufen, und welcher Teil des Kaufpreises bis zum Ablauf einbehalten oder auf ein Treuhandkonto gelegt wird. Diese drei Punkte verschieben mehr Geld als die Wahl der Transaktionsform. Das ist eine Orientierung und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Stand: 10.08.2026 · Quelle: Erfahrungswerte aus der Projektprüfung, keine Rechts- oder Steuerberatung
Häufige Fragen
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