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WISSEN · 22. Juli 2026

Solar-Dachcheck: Wie viel Ihr Dach wirklich trägt, mit amtlichen Daten statt Schätzwerten

Dachfläche mal Faustformel ergibt keine bankfähige Zahl. Ein belastbarer Solar-Dachcheck rechnet mit dem amtlichen LoD2-Gebäudemodell und PVGIS-Einstrahlungsdaten: Was diese Quellen können, was sie nicht können, und woran Sie einen seriösen Check erkennen.

Mudabbir KhawajaGeschäftsführer & CEO · LinkedIn ↗
·3 Min. Lesezeit·DE

"Ihr Dach hat Platz für 200 kWp" ist keine Analyse, sondern eine Vermutung, solange niemand Geometrie, Ausrichtung und Einstrahlung gerechnet hat. Der Unterschied zwischen Schätzung und Analyse liegt in den Datenquellen. Zwei davon sind amtlich, frei zugänglich und machen einen Dachcheck nachprüfbar.

Quelle 1: Das LoD2-Gebäudemodell der Landesvermessung

Die deutschen Vermessungsverwaltungen führen 3D-Gebäudemodelle im Standard LoD2 ("Level of Detail 2"): jedes Gebäude mit realer Dachform, Firstrichtung, Neigung und Höhe, erhoben aus Laserscan-Befliegungen. Für einen Dachcheck liefert LoD2:

  • die tatsächliche Dachgeometrie statt einer Rechteck-Annahme aus dem Luftbild,
  • Neigung und Ausrichtung jeder Teilfläche, entscheidend für den Ertrag pro Modul,
  • Aufbauten wie Gauben und versetzte Dachebenen, die Belegungsfläche kosten.

Aus der Geometrie folgt die Modulbelegung: wie viele Module in welcher Ausrichtung passen, abzüglich Randabständen und Wartungsgängen. Das Ergebnis ist eine kWp-Zahl mit Herleitung statt einer Faustformel wie "ein kWp pro sieben Quadratmeter".

Quelle 2: PVGIS für die Einstrahlung

PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System) ist der Ertragsrechner der EU-Kommission: langjährige Satelliten-Einstrahlungsdaten, ortsgenau, mit Korrektur für Neigung und Ausrichtung. Für dieselbe Dachfläche liefert PVGIS den spezifischen Ertrag in kWh pro kWp und Jahr; in Deutschland liegen typische Werte zwischen 900 und 1.100 kWh/kWp, je nach Standort und Dachlage.

LoD2 und PVGIS zusammen ergeben die Kernaussage jedes Dachchecks: so viele kWp passen aufs Dach, so viele kWh liefern sie pro Jahr. Beide Quellen sind öffentlich, jede Zahl lässt sich nachrechnen.

Was amtliche Daten nicht sehen

Ein seriöser Dachcheck benennt auch die Grenzen der Fernanalyse:

  1. Statik. LoD2 kennt die Dachform, nicht die Tragreserve. Ob das Dach die Auflast trägt, klärt die Statikprüfung vor Ort.
  2. Dachzustand. Alter und Zustand der Dachhaut entscheiden, ob eine Sanierung vor die Anlage gehört.
  3. Netzanschluss. Die verfügbare Anschlusskapazität begrenzt das Projekt unabhängig vom Dachpotenzial. Die Netzanfrage beim Verteilnetzbetreiber gehört an den Projektanfang.
  4. Verschattung im Detail. Bäume und Nachbargebäude bildet das Modell nur teilweise ab; die Feinanalyse ergänzt Verschattungssimulation.

Wer Ihnen eine Ertragszusage ohne diese vier Punkte gibt, verkauft eine Schätzung als Analyse.

Vom Potenzial zur bankfähigen Zahl

Für die Investitionsentscheidung und erst recht für eine Finanzierung reicht die Potenzialzahl nicht: Banken erwarten eine belastbare Ertragsprognose, ein Cashflow-Modell und geprüfte Projektparameter. NEXA ONE rechnet den Dachcheck deshalb direkt in die Wirtschaftlichkeit weiter: Ertragsprognose aus LoD2 und PVGIS, Lastprofil-Abgleich, dann die drei Betreibermodelle NEXA Own, NEXA Lease und NEXA Zero im Vergleich, mit einem erklärbaren Score je Liegenschaft. Was die Zahlen wirtschaftlich bedeuten, steht im Beitrag Lohnt sich Photovoltaik für Gewerbedächer 2026?, die Vergütungsseite in der Übersicht zur Einspeisevergütung 2026.

Der Dachcheck für Ihre Liegenschaft ist kostenfrei: Adresse eingeben, Ergebnis mit Herleitung erhalten. Analyse starten

#Solar Dachcheck#LoD2#PVGIS#PV Potenzial#Dachfläche
HÄUFIGE FRAGEN
Was ist ein LoD2-Gebäudemodell?

Ein amtliches 3D-Modell der Landesvermessung mit realer Dachform, Neigung und Ausrichtung jedes Gebäudes, erhoben aus Laserscan-Daten. Es ersetzt die Rechteck-Schätzung aus dem Luftbild durch echte Geometrie.

Wie genau ist ein Dachcheck aus der Ferne?

Für kWp-Potenzial und Jahresertrag belastbar, weil Geometrie (LoD2) und Einstrahlung (PVGIS) amtlich vorliegen. Statik, Dachzustand und Netzanschluss brauchen die Prüfung vor Ort beziehungsweise die Anfrage beim Netzbetreiber.

Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp?

Als Faustwert 5 bis 7 m² pro kWp auf dem Flachdach mit Aufständerung, weniger auf dem geneigten Dach mit Südausrichtung. Die genaue Zahl liefert die Modulbelegung aus dem Gebäudemodell.

Kostet der NEXA Dachcheck etwas?

Nein. Adresse genügt, die Erstanalyse mit Potenzial, Ertragsprognose und Modellvergleich ist kostenfrei und unverbindlich.

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