Lohnt sich Photovoltaik für Gewerbedächer 2026? Die Rechnung mit echten Zahlen
Gewerbestrom kostet 2026 typisch 25-30 ct/kWh, Solarstrom vom eigenen Dach deutlich weniger in der Erzeugung. Wann die Rechnung aufgeht, wann nicht, und wie Sie es für Ihr Dach in Minuten prüfen: mit Kosten pro kWp, Beispielrechnung und den drei Betreibermodellen.
Kurzantwort: In den meisten Fällen ja, wenn das Lastprofil zum Dach passt. Die Rechnung hat drei Stellgrößen: was die Anlage kostet, was Ihr Netzstrom kostet und wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Alle drei lassen sich 2026 präzise beziffern.
Die Kostenseite: 700 bis 1.200 € pro kWp
Gewerbliche Dachanlagen kosten 2026 je nach Größe:
| Anlagengröße | Kosten pro kWp | Gesamtkosten (gerundet) |
|---|---|---|
| 50 kWp | 950-1.200 € | 48.000-60.000 € |
| 100 kWp | 800-1.050 € | 80.000-105.000 € |
| ab 250 kWp | 700-900 € | ab 175.000 € |
Der Preis pro kWp fällt mit der Größe: Gerüst, Netzanschluss und Planung verteilen sich auf mehr Leistung. Dachzustand und Netzanschluss können den Preis verschieben, deshalb steht am Anfang jeder seriösen Rechnung ein Dachcheck mit amtlichen Daten.
Die Ertragsseite: Eigenverbrauch schlägt alles
Gewerbestrom kostet 2026 typisch 25-30 ct/kWh Vollkosten netto, also Arbeits- und Grundpreis inklusive Netzentgelten, Umlagen und Stromsteuer. Der Wert hängt stark am Verbrauchsband und am Abschlusszeitpunkt: Neuabschlüsse großer Abnehmer liegen deutlich darunter, die BDEW-Strompreisanalyse vom April 2026 nennt für kleine und mittlere Industriekunden 16,7 ct/kWh. Maßgeblich für Ihre Rechnung ist der eigene Bezugspreis aus der letzten Abrechnung, denn genau den ersetzt der Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde vom eigenen Dach, die Sie selbst verbrauchen, ersetzt diesen Preis. Überschüsse vergütet das EEG mit 5,44 ct/kWh (Anlagen 40-100 kWp, Teileinspeisung, Inbetriebnahme ab 1. August 2026, alle Sätze in der Übersicht zur Einspeisevergütung 2026).
Das Verhältnis entscheidet: Eigenverbrauch bringt das Vier- bis Fünffache der Einspeisung. Ein Logistikbetrieb mit Tageslast (Kühlung, Förderbänder, Ladeinfrastruktur) verbraucht 60-80 % des Solarstroms selbst. Ein Lager ohne Tageslast kommt auf 20-30 %, dort trägt die Einspeisung mehr Gewicht und die Rendite sinkt.
Rechenbeispiel: 100 kWp auf einem Betriebsdach
- Menge × Preis
- 57.000 kWh × 0,27 €
- Pro Jahr
- +15.390 €
- Menge × Preis
- 38.000 kWh × 0,0544 €
- Pro Jahr
- +2.067 €
- Menge × Preis
- Wartung, Versicherung, Monitoring
- Pro Jahr
- −1.500 €
- Pro Jahr
- ≈ 16.000 €
Ergebnis: rund 16.000 € Nettoertrag pro Jahr, Amortisation nach 5 bis 7 Jahren, danach 13 oder mehr Jahre Ertrag bei 20 Jahren EEG-Vergütungsdauer und 25 oder mehr Jahren Modullebensdauer. Mit Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG lässt sich die Steuerlast zusätzlich um bis zu 50 % der Investition vorziehen.
Was die Rechnung kippt
Drei Punkte entscheiden häufiger über das Projekt als der Modulpreis:
- Dachzustand. Steht in den nächsten 10 Jahren eine Sanierung an, gehört sie vor die PV-Anlage. Ab- und Wiederaufbau kostet einen mittleren fünfstelligen Betrag.
- Netzanschluss. Die verfügbare Anschlusskapazität begrenzt die Anlagengröße. Die Netzanfrage gehört an den Anfang des Projekts, nicht ans Ende.
- Lastprofil. Wochenendbetrieb, Schichtmodell, saisonale Last: Das Profil bestimmt den Eigenverbrauchsanteil und damit die Rendite.
Kein Eigenkapital? Dann ändert sich die Frage, nicht die Antwort
Photovoltaik lohnt sich 2026 auch ohne eigene Investition, nur verschiebt sich die Wertschöpfung:
- NEXA Own: kaufen und besitzen, volle Wertschöpfung und volle Abschreibung im Unternehmen, finanzierbar über KfW 270.
- NEXA Lease: planbare Rate statt Investition, Eigentum am Laufzeitende.
- NEXA Zero: Dach verpachten, 0 € Eigenkapital, Dachpacht-Vergütung ab Inbetriebnahme.
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Dieser Beitrag erklärt allgemeine steuerliche Regeln und ersetzt keine Steuerberatung. Ob und wie sich die beschriebenen Instrumente auf Ihren Betrieb anwenden lassen, klärt Ihre Steuerberaterin oder Ihr Steuerberater.
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