Einspeisevergütung 2026: Was Betreiber wirklich bekommen
5,50 bis 12,34 ct/kWh, je nach Größe und Einspeiseart: die aktuellen EEG-Sätze seit Februar 2026 als Tabelle, die Degression zum 1. August, die Direktvermarktungspflicht ab 100 kWp und warum Eigenverbrauch trotzdem die wichtigere Zahl ist.
Die Einspeisevergütung ist 2026 nicht mehr der Renditetreiber einer Gewerbe-PV-Anlage, aber sie bleibt das garantierte zweite Standbein: 20 Jahre feste Vergütung nach EEG für jede eingespeiste Kilowattstunde. Hier stehen die aktuellen Sätze, die Degression und die Regeln ab 100 kWp.
Die aktuellen Sätze (1. Februar bis 31. Juli 2026)
Für Neuanlagen mit Inbetriebnahme seit dem 1. Februar 2026 gilt:
| Anlagengröße | Teileinspeisung (Überschuss) | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| 10-40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
| 40-100 kWp | 5,50 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Die Sätze gelten ab Inbetriebnahme für 20 Jahre, festgeschrieben im EEG. Bei gemischten Anlagengrößen wird anteilig gerechnet: Eine 60-kWp-Anlage bekommt die ersten 10 kWp zum 10-kWp-Satz, die nächsten 30 kWp zum 40-kWp-Satz, den Rest zum 100-kWp-Satz.
Degression: alle sechs Monate 1 % weniger
Die Vergütungssätze sinken halbjährlich um 1 %, jeweils zum 1. Februar und 1. August. Zum 1. August 2026 sinkt der Satz für kleine Anlagen voraussichtlich auf 7,71 ct/kWh (Teileinspeisung, bis 10 kWp); verbindlich werden die Werte mit der Veröffentlichung der Bundesnetzagentur.
Praktische Folge: Der Inbetriebnahme-Monat entscheidet über den Satz der nächsten 20 Jahre. Wer im Juli in Betrieb nimmt, sichert sich den höheren Satz gegenüber August. Für die Gesamtwirtschaftlichkeit wiegt der Unterschied allerdings wenig gegenüber dem Eigenverbrauchsanteil, die Rechnung dazu steht im Beitrag Lohnt sich Photovoltaik für Gewerbedächer 2026?
Ab 100 kWp: Direktvermarktung statt fester Vergütung
Anlagen über 100 kWp müssen ihren Strom direkt vermarkten. Statt der festen Einspeisevergütung erhalten Betreiber:
- den Erlös aus dem Stromverkauf über einen Direktvermarkter, plus
- die gleitende Marktprämie: die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert (dem EEG-Referenzsatz der Anlagenklasse) und dem monatlichen Marktwert Solar.
Der anzulegende Wert wirkt damit als Untergrenze. Liegt der Börsenpreis darüber, behält der Betreiber den Mehrerlös. Der Direktvermarkter berechnet dafür ein Entgelt, typisch im Bereich weniger Zehntel-Cent pro kWh.
Geplant ist, die Direktvermarktungsgrenze ab 2027 abzusenken; ebenfalls diskutiert wird ein Umstieg auf CfD-Strukturen mit der EEG-Reform 2027. Beides ist noch nicht beschlossen, für Investitionsentscheidungen 2026 gilt das geltende Recht.
Was Solarpaket I für Gewerbedächer noch bringen könnte
Der im Solarpaket I vorgesehene Zuschlag von 1,5 ct/kWh für gewerbliche Dachanlagen zwischen 40 und 1.000 kWp ist beihilferechtlich noch nicht genehmigt; die EU-Kommission verlangt einen Abschöpfungsmechanismus. Eine Umsetzung hängt an der EEG-Reform 2027. Wer heute rechnet, sollte ohne diesen Zuschlag kalkulieren und ihn als mögliches Plus behandeln, nicht als Grundlage.
Einordnung: Die wichtigere Zahl steht auf der Stromrechnung
Bei 5,50 ct/kWh Einspeisevergütung und 25-30 ct/kWh Gewerbestrompreis ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde das Vier- bis Fünffache einer eingespeisten wert. Die Einspeisevergütung sichert die Restmenge ab und macht den Cashflow planbar, das Geschäftsmodell einer Gewerbe-PV-Anlage 2026 ist aber der Eigenverbrauch.
Wie viel Ihr Dach trägt und welcher Eigenverbrauchsanteil realistisch ist, zeigt die Erstanalyse in NEXA ONE mit amtlichen Daten (LoD2, PVGIS): kostenfrei, Analyse starten. Für die Modellwahl (kaufen, leasen, verpachten) lohnt der Blick auf NEXA Own, NEXA Lease und NEXA Zero.
Wie lange ist die Einspeisevergütung garantiert?
20 Jahre ab Inbetriebnahme, zuzüglich des Inbetriebnahmejahres. Der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme bleibt über die gesamte Dauer fest.
Was ist der Unterschied zwischen Teileinspeisung und Volleinspeisung?
Teileinspeisung: Sie verbrauchen einen Teil des Stroms selbst und speisen den Überschuss ein. Volleinspeisung: Die gesamte Erzeugung geht ins Netz, dafür gibt es den höheren Satz. Für Gewerbebetriebe mit Tageslast rechnet sich fast immer die Teileinspeisung.
Muss ich meinen Strom ab 100 kWp selbst an der Börse verkaufen?
Nein. Sie beauftragen einen Direktvermarkter, der Verkauf und Marktprämien-Abwicklung übernimmt. NEXA bindet die Direktvermarktung im Projekt gleich mit ein.
Sinkt meine Vergütung, wenn die Sätze später weiter fallen?
Nein. Die Degression betrifft nur Neuanlagen. Ihr Satz ist mit der Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben.
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