IAB für Photovoltaik: Wie der Investitionsabzugsbetrag funktioniert (mit Rechner)
Bis zu 50 % der geplanten PV-Investition vom Gewinn abziehen, bevor die Anlage gebaut ist: Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG ist der stärkste Steuerhebel für gewerbliche Solarprojekte. So funktioniert er, das sind die Grenzen, und der Rechner zeigt Ihre Zahl.
Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG zieht bis zu 50 % einer geplanten PV-Investition vom zu versteuernden Gewinn ab, Jahre bevor die Anlage steht. Für ein Unternehmen mit hoher Steuerlast ist das der wirksamste Hebel im gesamten PV-Steuerbaukasten. Ihre persönliche Zahl liefert der IAB-Rechner in 60 Sekunden, ohne Anmeldung.
Die Mechanik in einem Absatz
Sie planen eine PV-Anlage für 300.000 €. Im Jahr der Planung ziehen Sie 50 % davon, also 150.000 €, außerbilanziell vom Gewinn ab. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % spart das rund 63.000 € Steuern, sofort, aus einer Investition, die erst in bis zu drei Jahren erfolgen muss. Bei Anschaffung wird der IAB gewinnerhöhend aufgelöst und zugleich von den Anschaffungskosten abgezogen; die Steuerlast verschiebt sich also nicht nur, sie sinkt über die Abschreibungsjahre dauerhaft, wenn der Grenzsteuersatz im Abzugsjahr höher liegt.
Die Grenzen: drei Zahlen, eine Frist
| Regel | Wert |
|---|---|
| Abzugssatz | bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten |
| Höchstbetrag | 200.000 € Summe aller IAB je Betrieb |
| Gewinngrenze | 200.000 € Gewinn im Abzugsjahr |
| Investitionsfrist | 3 Wirtschaftsjahre nach dem Abzugsjahr |
Dazu die Nutzungsvoraussetzung: Das Wirtschaftsgut muss zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden und bis zum Ende des auf die Anschaffung folgenden Wirtschaftsjahres im Betrieb bleiben. Eine gewerbliche PV-Anlage, deren Strom in den Eigenverbrauch geht und deren Überschuss eingespeist wird, erfüllt das regelmäßig; ob Ihre konkrete Konstellation passt, klärt die IAB-Checkliste.
Der Sonderfall Photovoltaik: § 3 Nr. 72 EStG
Seit 2022 sind Erträge kleiner PV-Anlagen (bis 30 kWp auf bestimmten Gebäuden) einkommensteuerfrei. Klingt nach Vorteil, schließt aber den IAB aus: Wo keine steuerpflichtigen Einkünfte entstehen, gibt es nichts abzuziehen. Der IAB ist damit ein Instrument für gewerbliche Anlagen oberhalb dieser Schwellen, genau das Segment der Gewerbedächer ab etwa 50 kWp.
IAB ist der Anfang, nicht das Ende
Der volle Steuerbaukasten hat drei Stufen, die aufeinander aufbauen:
- IAB vor der Investition: bis 50 % vorab, wie beschrieben.
- Sonder-AfA nach § 7g Abs. 5 EStG bei Anschaffung: 40 % der (um den IAB geminderten) Anschaffungskosten, frei verteilbar über fünf Jahre. Details und die Kombination mit der degressiven AfA des Investitionsboosters stehen im Beitrag Sonder-AfA und Investitionsbooster 2026.
- Reguläre AfA über die Nutzungsdauer: linear oder, im Zeitfenster des Investitionsboosters, degressiv; der Überblick steht unter AfA für Photovoltaik.
Rechenbeispiel, gerundet: 300.000 € Investition. IAB 150.000 € im Planungsjahr. Bei Anschaffung Bemessungsgrundlage 150.000 €, davon Sonder-AfA 40 % = 60.000 €. Innerhalb des Fensters sind damit 210.000 € von 300.000 € steuerlich geltend gemacht, 70 % der Investition, der Rest folgt über die reguläre AfA. Die exakte Verteilung gehört zum Steuerberater; die Größenordnung zeigt, warum Familienunternehmen und Praxen mit hoher Steuerlast PV-Projekte oft aus dem Steuereffekt heraus rechtfertigen.
Vom Steuerhebel zum Projekt
Der IAB verlangt eine konkrete Investitionsabsicht und binnen drei Jahren eine reale Anlage. Die Reihenfolge ist deshalb: erst die Machbarkeit der Liegenschaft klären (Solar-Dachcheck mit amtlichen Daten, Netzanschluss, Wirtschaftlichkeit), dann den IAB im richtigen Jahr setzen. NEXA liefert die projektseitige Grundlage: Potenzial, Ertragsprognose und Finanzierungsstruktur je Liegenschaft, als Zahlenbasis für Ihr Steuerbüro. Startpunkt: IAB-Rechner für die Steuerseite, Analyse starten für die Projektseite.
Wie viel Steuern spart der IAB konkret?
Abzug mal Grenzsteuersatz, im Spitzenfall 200.000 € × 45 % = 90.000 € im Abzugsjahr. Die exakte Zahl hängt am Tarifverlauf; der [IAB-Rechner](/rechner/iab) rechnet mit dem echten Einkommensteuertarif 2026 (§ 32a EStG) statt mit Pauschalsätzen.
Kann ich den IAB rückwirkend geltend machen?
Der IAB wird in der Steuererklärung des Abzugsjahres geltend gemacht, auch nachträglich, solange der Bescheid änderbar ist. Die Investition muss dann innerhalb der Drei-Jahres-Frist ab dem Abzugsjahr erfolgen.
Was passiert bei Nichtinvestition?
Rückwirkende Auflösung im Abzugsjahr, geänderter Bescheid, Verzinsung der Nachzahlung. Der IAB ohne ernsthafte Investitionsplanung ist ein Zinsrisiko, kein Steuertrick.
Gilt der IAB auch für die GmbH?
Ja. Kapitalgesellschaften nutzen den IAB gegen die Körperschaft- und Gewerbesteuerlast, dieselbe Gewinngrenze von 200.000 € vorausgesetzt. Der Rechner bildet den Einkommensteuertarif ab und passt damit für Einzelunternehmer und Personengesellschafter; für die GmbH gilt der proportionale Steuersatz.
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